Archive for Juli 2011

NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG Nr. 06/2011 vom 15.07.2011

15. Juli 2011

Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW

Servicestelle für Einbürgerungsfragen in NRW

NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG

Nr. 06/2011 vom 15.07.2011

www.einbuergern.de

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Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe haben wir über drei Themen zu berichten. 1.Laut dem Statistikamt Wiesbaden haben die Einbürgerungszahlen erstmalig nach vielen Jahren einen Anstieg zu verzeichnen.

2. Auch im Mai und Juni standen die Mehrstaatigkeit und die Optionspflicht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Erfreulicherweise hat das Thema nun auch das Interesse der Presse wie z.B. die „WAZ“ und die „Pflichtlektüre“ geweckt, wodurch wir zwei Interviews über das Thema geben konnten.

Im dritten Punkt berichten wir über unsere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartner.

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1. Zahl der Einbürgerungen leicht gestiegen

(AFP) Wiesbaden — Die Zahl der Einbürgerungen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 2010 erhielten knapp 101.600 Ausländer einen deutschen Pass, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 5500 oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag die Zahl der Einbürgerungen aber immer noch weit unter den Werten vom Beginn des vergangenen Jahrzehnts: Im Jahr 2000, in dem das neue Staatsangehörigkeitsrecht eingeführt wurde, hatten die Statistiker noch 186.700 Einbürgerungen gezählt.

Die im vergangenen Jahr Eingebürgerten waren den Angaben zufolge im Schnitt knapp 30 Jahre alt und lebten seit rund 15 Jahren in Deutschland. Den stärksten Anstieg bei den Einbürgerungszahlen verzeichneten die Statistiker in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Hessen. In vier der 16 Bundesländer gab es weniger Einbürgerungen als 2009 – am stärksten fiel der Rückgang in Berlin und im Saarland aus.

Die größte Gruppe bei den Neu-Deutschen stellten auch 2010 die Türkischstämmigen mit knapp 26.200 Einbürgerungen, gefolgt von Menschen aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro und seinen Nachfolgestaaten (6500), dem Irak (5200) und Polen (3800).

Copyright © 2011 AFP. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr dazu: http://www.einbuergern.de/content/e1017/e4931/e4926/index_ger.html

http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Fachveroeffentlichungen/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Einbuergerungen2010210107004,property=file.pdf

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2. Zahl der Einbürgerungen in NRW steigt um 7 Prozent

DER WESTEN vom 10.06.2011

Westfalen. Im vergangenen Jahr haben in NRW 7 Prozent mehr Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen als im Vorjahr. In Dortmund stieg die Zahl um 9 Prozent, in Hagen um 10 Prozent und in Recklinghausen um 17 Prozent.

11.472 Bürger Westfalens haben im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen.

Das sind 7,5 Prozent mehr als im Jahr 2009, wie aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Im gesamten Bundesland NRW wurden 2010 demnach 28.186 Personen eingebürgert – knapp sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2000 waren es mit 65.743 Personen noch weit mehr als doppelt so viel.

Die größten Städte und Kreise der Region Westfalen verzeichneten im vergangenen Jahr auch die meisten Einbürgerungen. So erhielten in Dortmund 1313 ausländische Staatsbürger den deutschen Pass (+9 Prozent), 934 im Kreis Recklinghausen (+ 27 Prozent) und 743 in der Stadt Bielefeld (- 0,3 Prozent).

Mehr dazu: http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Zahl-der-Einbuergerungen-in-NRW-steigt-um-7-Prozent-id4750798.html

Die Zahlen einiger anderer Großstädte

Duisburg: 1156 (+11 Prozent)

Essen: 970 (-0,6 Prozent)

Oberhausen: 383 (+47 Prozent)

Gelsenkirchen: 569 (+18 Prozent)

Münster: 418 (15 Prozent)

Bochum: 728 (+5,1 Prozent)

Dortmund: 1313 (+9 Prozent)

Hagen: 511 (+10 Prozent)

Herne: 315 (+0,6 Prozent)

Mehr dazu: http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2011/pdf/116_11.pdf

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3. Staatsangehörigkeit

WAZ  von Matthias Korfmann am 12.07.2011

Doppelte Staatsangehörigkeit wird in NRW zum Normalfall

Bochum. In Nordrhein-Westfalen wird die doppelte Staatsangehörigkeit bei Eingebürgerten zum Normalfall. Aktuell behalten 60 Prozent ihre alten Pässe – 20 Prozent mehr als im Jahr 2003. Ein bemerkenswerter Trend, denn offiziell gilt: Mehrstaatigkeit ist zu vermeiden.

In NRW wird die doppelte Staatsangehörigkeit bei Eingebürgerten zum Normalfall. Aktuell behalten 60 Prozent ihre alten Pässe – 20 Prozent mehr als im Jahr 2003. Ein bemerkenswerter Trend, denn offiziell gilt: Mehrstaatigkeit ist zu vermeiden.

(…)

Marokkaner ja, Türken nein

Warum gelten für Türken, aber auch für Russen und Ukrainer, strengere Regeln als für Marokkaner, Tunesier, Syrer oder Afghanen? Das liegt daran, dass einige Staaten, zum Beispiel in Nordafrika, ihre Bürger grundsätzlich nicht aus der Staatsbürgerschaft entlassen. Deutschland akzeptiert dies zumindest so lange, bis sich die Regeln in diesen Ländern ändern. Was zur Folge hat, dass praktisch alle Eingebürgerten aus diesen Ländern den „Doppelpass“ haben. Mehrstaatigkeit wird auch dann hingenommen, wenn erhebliche Nachteile durch das Abgeben der alten Staatsbürgerschaft entstehen, so der Verlust eines Erbes.

Anders in der Türkei. „Sie entlässt, jedenfalls theoretisch, Bürger auf Antrag aus der Staatsbürgerschaft“, erklärt Kenan Araz vom Aktionsbüro Einwanderung des „Paritätischen“ in Bochum. Leicht ist diese Entlassung aber nicht. „Die Türkei versucht nämlich mit allen Mitteln, ihre Bürger zu behalten“, sagt Araz. Und Deutschland versucht, den doppelten Pass für Türken nicht so leicht erreichbar zu machen.(…)

Deutschland ist streng

Minh Do Thi Tran (20) gehört auch zu jenen, die sich entscheiden müssen: Will sie Deutsche sein oder Vietnamesin? Im Moment ist die junge Frau aus Magdeburg, die ein Praktikum beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Bochum macht und im Ruhrgebiet studieren will, beides.

Der Staat hat Minh aber signalisiert: Du darfst nicht zwei Pässe haben. Minh fällt unter die sogenannte Optionspflicht: Ihre Eltern sind beide Vietnamesen, aber Minh ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie muss, bis sie 23 ist, klären, ob sie Deutsche oder Vietnamesin sein möchte. Das schreibt das Gesetz vor.(…)

Mehr dazu: http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Doppelte-Staatsangehoerigkeit-wird-in-NRW-zum-Normalfall-id4864577.html

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4. Zwei Kulturen, ein Pass

Pflichtlektüre von Christian Teichmann am 19.06.11

Der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft kann steinig und bürokratisch sein. Aber er spielt sich nicht nur in Botschaften und Amtsstuben, sondern auch im Kopf ab. Breche ich mit meiner früheren Nationalität oder sogar der Kultur meiner Eltern, wenn ich amtlich “eingedeutscht” werde? Fühle ich mich überhaupt “deutsch”? Das Aktionsbüro Einbürgerung in Bochum hilft Menschen, die zwischen den Pässen leben. Zum Team gehört die die 20-jährige Studentin und derzeit Praktikantin Minh Do Thi. Sie hat einen deutschen und einen vietnamesischen Pass. Die Fragen der Menschen, die sich hier beraten und helfen lassen, kennt sie daher nur zu gut.(…)

Der türkischstämmige Soziologe Kenan Araz leitet das vom NRW Integrationsministerium geförderte Aktionsbüro und steht hier allen Ratsuchenden zur Seite. Minh unterstützt ihn dabei, auch bei den vielen Fragen, die via E-Mail eingehen.

Als Studentin des Fachs “Verwaltungsmanagement/ eGovernment” an der Hochschule Harz suchte sie nach einem lebendigen Job: “Reine Verwaltung wäre mir zu trocken!” Die Suche führte zur “innerdeutschen Praktikumsmigration” ins Ruhrgebiet.

Mehr dazu:

http://www.einbuergern.de/progs/projekt/abe/content/e1017/e4931/e4935/e4933/ZweiKulturen_ger.pdf

*Ein wichtiger Merkmal dieses Artikels ist, dass Tonmitschnitte inbegriffen sind. Um diese zu hören folgen Sie diesem Link: http://www.pflichtlektuere.com/19/06/2011/zwei-kulturen-aber-nur-ein-pass/

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5. ABE Veranstaltungen im Mai und Juni

In den vergangenen Monaten hat das Aktionsbüro in Kooperation mit anderen Trägern 5 Veranstaltungen durchgeführt.

Internationale Woche in Dortmund

  1. Münsterstraßenfest

Das ABE war am Infostand des Paritätischen Dortmund in Kooperation mit der Stadtteil-Schule vertreten. Wir haben dort unsere neuen Infomaterialien vorgestellt.

  1. Die Wege zur Einbürgerung und Optionspflicht

In Kooperation mit der Stadtteil-Schule Dortmund haben wir in Rahmen der Woche zwei Veranstaltungen mit dem oben genannten Titel durchgeführt.

Vorstellung der neuen Infomaterialien des ABE auf dem MSO Vernetzungstreffen von der Fachberatung MigrantInnenselbsthilfe

Das ABE hat seine neuen Info-Materialien zum Thema Einbürgerung mit dem Schwerpunkt Optionspflicht am Mittwoch, 8. Juni auf dem Vernetzungstreffen der Migrantenselbstorganisationen in NRW unter der Leitung von Frau Filiz Arslan, Fachberatung MigrantInnenselbsthilfe vom Paritätischen NRW vorgestellt.

Infoveranstaltung zum Thema Einbürgerung und Einbürgerungstest im Haus des ABE

Auf Einladung der Dozentin des Integrationkurses zur Vorbereitung auf die B1 Prüfung, stellten wir am 09.06.2011 den Einbürgerungstest den Teilnehmerinnen des Kurses vor. Für diesen Anlass stellte das ABE ein Mäppchen mit dem Fragenkatalog und Broschüren zum Thema Einbürgerung zusammen und verteilte diese unter den Teilnehmerinnen.

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Impressum und Kontakt:

Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE) herausgegeben.

Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder. Sie können Ihr Abonnement unter der Emailadresse newsletter@einbuergern.de beenden.

Redaktion: Kenan Araz, Deniz Sert, Ecrüment Toker und Tran Minh Do Thi, Aktionsbüro  Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE), Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum, Tel: 0234/9621012, Fax: 0234/ 0234/683336, www.einbuergern.de | abe@einbuergern.de

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