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NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG Nr. 14/04/2010 vom 27.05.2010

31. Mai 2010

Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW
Servicestelle für Einbürgerungsfragen in NRW
NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG
Nr. 14/04/2010 vom 27.05.2010

www.einbuergern.de

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Schauen Sie einfach mal in unserem WebBlog & Forum:
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Liebe Leserinnen und Leser,

Die Landtagswahl 2010 hat am 9. Mai 2010 stattgefunden. Wahlberechtigte: 13267052; Wähler: 7870412; Wahlbeteiligung: 59,32%; Gültige Erststimmen: 7741955; Gültige Zweitstimmen: 7760546

Der Anteil in % sowie Sitzverteilung: CDU 34,56 % und 67 Sitze,  SPD 34,48 % und 67 Sitze, Grüne 12,13 % und 23 Sitze, FDP 6,73 % und 13 Sitze und Die Linke 5,61 % und 11 Sitze


http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/index.html

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INHALT

1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft in der EU:

a. Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen für Migration und Integration: Integration weitgehend erfolgreich.

b. Einbürgerungen in Nordrhein-Westfalen 2009 – Statistische Berichte.

2. Soziales und Integration:

c. Heftige Kritik zum Auftakt der Deutschen Islam Konferenz.

3. Interkulturelles und Vielfalt:

d. Deutsche und Türken feiern das Frühlingsfest.

4. Solidarität und Fairness:

e. Kommission will asylsuchende Minderjährige besser schützen.

f. Wohnsituation von Roma-Gemeinschaften verbessern

5. Aktuelles:

g. Das Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ auf der Zielgraden – eine Bilanz von Sabine Schröder und Wolfgang Fehl.

h. Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt. Führungswechsel bei der IFAK e.V.

6. Curriculum Einbürgerung:

i. Ansprechpartner für Einbürgerungsinteressenten

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1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft

a. Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen für Migration und Integration: Integration weitgehend erfolgreich.

Quelle: Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und Netzwerk Migration in Europa e.V. Datum: 19. Mai 2010

Die Integration von Zuwanderern in Deutschland verläuft im gesellschaftlichen Alltag erfolgreich. Zu diesem Ergebnis kommt der Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen für Migration und Integration in seinem ersten Jahresgutachten. Probleme sieht das Expertengremium aber v.a. im Bildungsbereich, dem wachsenden Fachkräftemangel und dem Druck auf die Sozialsysteme. (…).

Staatsbürgerschafts- und Aufenthaltsrecht: Der SVR nimmt in seinem Bericht auch Stellung zu Fragen im Staatsbürgerschafts- und Aufenthaltsrecht. So seien dringende Reformen nötig, um die Einbürgerungsbereitschaft unter Zuwanderern zu erhöhen. Nur so könne das „zunehmende Auseinanderfallen von Wohn- und Wahlbevölkerung“ verhindert werden. Die Experten fordern daher die Abschaffung des Optionsmodells und die Gewährung der Mehrstaatigkeit auch für Nicht-EU-Angehörige.

Foto: Prof. Dr. Christine Langenfeld, Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu, Prof. Dr. Klaus. J. Bade, Vorsitzender, Prof. Dr. Ursula Neumann, Prof. Dr. Heinz Faßmann , Foto© David Ausserhofer, Abdruck honorarfrei

SVR-Jahresgutachtung:

http://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2010/05/svr_integrationsbarometer.pdf

Netzwerk Migration in Europa e.V:

http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=100505

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b. Einbürgerungen in Nordrhein-Westfalen 2009 – Statistische Berichte

Quelle Information und Technik – Nordrhein-Westfalen (IT NRW). Datum: Mai 2010

Nach Information der Information und Technik – Nordrhein-Westfalen (IT NRW) sind im Jahr 2009 in Nordrhein-Westfalen 26 355 Personen eingebürgert worden. Davon wurden 14 842 Personen unter Hinnahme von Mehrstaatigkeit eingebürgert.

Im Vergleich zum vorigen Jahr mit  26 106  ist eine leichte Zunahme mit 26 355 zu verzeichnen.

Mehr dazu: https://webshop.it.nrw.de/webshop/gratis/A169%20200900.pdf

https://www.landesdatenbank.nrw.de

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2. Soziales und Integration

c. Heftige Kritik zum Auftakt der Deutschen Islam Konferenz

Quelle: Focus Online. Datum: 17.05.2010

Begleitet von heftiger Kritik durch Politik und muslimische Verbände ist die Deutsche Islamkonferenz in ihre zweite Phase gestartet. Der Verband der Islamischen Kulturzentren warf der DIK vor, ein falsches Bild der in Deutschland lebenden Muslime zu zeichnen. SPD und Linke bezeichneten das Treffen am Montag in Berlin als Farce und nicht zielführend. Vier Jahre nach der Gründung trafen sich erneut staatliche und muslimische Vertreter, um über die Integration der etwa vier Millionen Muslime zu beraten. Die DIK ist in ihrer zweiten Phase vor allem durch eine veränderte Zusammensetzung und neue Arbeitsabläufe gekennzeichnet. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte als Gastgeber, Schwerpunkt sei es nun, die konkrete Teilhabe der Muslime in Deutschland zu stärken.

http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/deutsche-islamkonferenz-dik-start-von-heftiger-kritik-ueberschattet_aid_509075.html

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3. Interkulturelles & Vielfalt

d. Deutsche und Türken feiern das Frühlingsfest

Quelle: Der Westen. Datum: 17.05.2010

Als vor gut 15 Jahren ein türkischer Kulturverein in das alte Transformationsgebäude auf der Zeche kam, um dort eine Moschee zu eröffnen, war es für keine Seite absehbar, dass sich in der Jugendstilhalle ein Vorzeige-Projekt für Integration entwickeln würde.

Einmal im Jahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen für Wärme sorgen, veranstaltet die Gemeinde ein Frühlingsfest für alle Waltroper. „Ich freue mich immer, dass auch so viele Deutsche zu uns kommen“, sagt Ali Osman Tokalak, Vorsitzender des Moscheevereins, und bietet mit seinen Mitstreitern ein Programm an, das sich sehen lassen kann. Auf dem Freigelände klingt orientalische Livemusik und versetzt die Besucher in eine Stimmung von Tausend und einer Nacht, die sich auch durch die kulinarischen Spezialitäten fortsetzt, die weit über Döner hinausgehen. Aus den Zelten riecht es nach allerhand Gewürzen und Süßspeisen, die auf die Gäste warten, an einem Stand backen fleißige Hände des Frauenvorstandes Gözleme auf einem pilzförmigen Ofen Teigtaschen, die mit Schafskäse, Spinat oder Mohn gefüllt zu einem kleinen Snack einladen.

http://www.derwesten.de/staedte/ostvest/Deutsche-und-Tuerken-feiern-das-Fruehlingsfest-id2994957.html

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4. Solidarität & Fairness

e. Kommission will asylsuchende Minderjährige besser schützen

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum: 06.05.2010

EU-weite Normen für Vormundschaft und Rechtsbeistand sollen Kinder und Jugendliche besser schützen, die ohne Begleitung in die EU einreisen. 2009 stellten 10.960 unbegleitete Minderjährige Asylanträge in 22 Mitgliedstaaten. Zahlen für Deutschland belegen für 2008 Asylanträge von 763 unbegleiteten Minderjährigen. Die wichtigsten Herkunftsländer der minderjährigen Asylantragsteller in Deutschland  im Jahr 2008 waren Irak, Vietnam, Afghanistan, Guinea und Äthiopien. Ziel des heute von der Europäischen Kommission vorgelegten Aktionsplans ist ein gemeinsames europäisches Konzept. Damit sollen die zuständigen Behörden über die Zukunft unbegleiteter Minderjährigen möglichst nach maximal sechs Monaten entscheiden.

http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/9157_de.htm

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f. Wohnsituation von Roma-Gemeinschaften verbessern

Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum: 20.05.2010

Wohnungsbauprojekte für gesellschaftliche Randgruppen können künftig mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden. Die Maßnahme wird besonders den Roma zugute kommen. Bislang konnten Wohnungsbauvorhaben über die Strukturfonds nur in den zwölf neuen Mitgliedstaaten der EU gefördert werden. Sie dienten lediglich dem Umbau von Mehrfamilienhäusern in städtischen Gebieten. Roma-Familien leben jedoch meist in abgelegenen ländlichen Gebieten und nicht in Mehrfamilienhäusern. Zur Bevölkerungsgruppe der Roma gehören in Europa etwa 10 bis 12 Millionen Menschen, die oft unter extrem prekären Bedingungen als Randgruppen in der Gesellschaft leben. Der Wohnungsbau gilt als entscheidender Faktor für eine verbesserte Integration der Roma.

http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/9180_de.htm

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5. Aktuelles

g. Das Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ auf der Zielgraden – eine Bilanz von Sabine Schröder und Wolfgang Fehl

Quelle: Migration Online. Datum: 01.05.2010

Seit 2005 haben über 40 Projekte im Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ), einer Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Strategien und Instrumente zur Unterstützung von erwachsenen Migrantinnen und Migranten beim Zugang zum Arbeitsmarkt entwickelt in den Handlungsfeldern Beratung, Berufsbezogenes Deutsch, Existenzgründung, Interkulturelle Öffnung, Kompetenzfeststellung und Qualifizierung.

Es geht nun darum, diese Handlungsansätze „in die Fläche zu bringen“ – ein Auftrag nicht ohne Tücken. Das Kritische am Übergang von Modellprogrammen in die anschließenden „Mühen der Ebenen“ kennen viele, die in Arbeitsmarktprojekten tätig sind, nur zu gut. Im Netzwerk IQ sind zahlreiche Ansätze entwickelt und vielerorts aufgegriffen worden. […]

Das Netzwerk IQ hat deshalb in einem Positionspapier die Bildung eines Pakts für Integration und Arbeitsmarkt vorgeschlagen.

http://migration-online.de/beitrag._aWQ9NzIzMA_.html

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h. Eine Ära geht zu Ende, eine neue beginnt. Führungswechsel bei der IFAK e.V.

Quelle: IFAK e.V. Datum: 05/2010

Die IFAK e.V., der Träger der Integrationsarbeit in Bochum, bereitet sich seit Wochen für einen neuen Abschnitt in seiner mittlerweile 36-jährigen Vereinsgeschichte vor. Ercüment Toker, Jahrgang 49 und seit 18 Jahren Geschäftführer der IFAK e.V., nimmt Ende Juni 2010 seinen Abschied, jedenfalls als hauptamtlicher Mitarbeiter. Die Geschäftsführung der IFAK wird Dr. Kemal Bozay übernehmen.

http://ifak-bochum.de/

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6. Curriculum Einbürgerung

i. Ansprechpartner für Einbürgerungsinteressenten

Quelle: EU-Info.Deutschland. Datum 27.05.2010

An wen kann man sich wenden, wenn man eingebürgert werden möchte?

Zuständig für die Durchführung von Einbürgerungsverfahren der in Deutschland lebenden Ausländer sind die Behörden der Länder. Wer die Aufgabe wahrnimmt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Für die meisten Einbürgerungsverfahren sind die Stadt- oder Kreisverwaltungen (z.B. die Ämter für Personenstandswesen und Staatsangehörigkeitsan- gelegenheiten) zuständig. Diese Behörden können auch Hinweise auf die sonst zuständigen Stellen (z.B. die Bezirksregierungen) geben. Für Einbürgerungsinteressenten kann auch die Ausländerbehörde eine erste Anlaufstelle sein. In zahlreichen Orten wird ferner von sonstigen staatlichen oder nichtstaatlichen Stellen eine Migrantenberatung angeboten.

Das Bundesministerium des Innern hat in diesen Verfahren keinerlei Weisungs- oder Entscheidungsbefugnisse.

Für dauerhaft im Ausland lebende Personen ist das Bundesverwaltungsamt in Köln zuständig (Bundesverwaltungamt, Barbarastraße 1,50735 Köln, (0 18 88) 3 58 – 0). Erster Ansprechpartner kann hier die örtlich zuständige deutsche Auslandsvertretung (Botschaft, Generalkonsulat oder sonstige konsularische Stelle) sein.

http://www.eu-info.de/eu-familienrecht/staatsbuergerschaft-eu/7507/

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Impressum und Kontakt:

Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE) herausgegeben. Die Herausgabe wird vom MGFFI des Landes NRW www.mgffi.nrw.de und von der IFAK e.V. www.ifak-bochum.de gefördert.

Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder. Sie können Ihr Abonnement unter der Emailadresse newsletter@einbuergern.debeenden.

Redaktion: Kenan Araz und Vera Moneke, Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE), Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum, Tel: 0234/9621012, Fax: 0234/ 0234/683336,

www.einbuergern.de | abe@einbuergern.de

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Einbürgerung – Chance oder Zumutung – optionspflicht

30. April 2010

Laden zur Infoveranstaltung zum Thema Einbürgerung ein (v.l.): Thomas Ostholthoff, Ausländerbehörde Kreis Steinfurt, Gerda Kaumanns, Leiterin des Ordnungsamtes Kreis Steinfurt, Landrat Thomas Kubendorff und Ralph Jenders, Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche, Ibbenbüren.

Kreis will Zahl der Einbürgerungen erhöhen – Kreis Steinfurt/Ibbenbüren –

Einbürgerungen gelten als Zeichen einer gelungenen Integration. Zu den Voraussetzungen und Vorteilen einer Einbürgerung gibt es häufig viele Fragen – diese zu klären, ist Ziel einer Informationsveranstaltung, zu dem die Ausländerbehörde des Kreises Steinfurt zusammen mit dem Begegnungszentrum für Ausländer und Deutsche in Ibbenbüren am Montag (26. April) um 19.30 Uhr, einlädt. Sie findet statt in der Schauburg in Ibbenbüren, Brunnenstraße 6.
„Der Kreis Steinfurt hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Einbürgerungen zu steigern“, so Landrat Thomas Kubendorff. Die Infoveranstaltung soll nicht nur potenzielle Einbürgerungsvertreter, sondern möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen, Institutionen und Interessenvertreter ansprechen.

Neben Informationen rund um das Thema Einbürgerungen gibt es auch die Möglichkeit, individuelle Fragen zu besprechen. Darauf weisen die Organisatoren Thomas Ostholthoff, Leiter der Ausländerbehörde, und Ralph Jenders, stellvertretender Geschäftsführer des Begegnungszentrums Ibbenbüren, hin. Musikalisch wird der Abend gestaltet von der Gruppe Glin Amar.

„Bundes- und landesweit entscheiden sich immer weniger Menschen dafür, einen Einbürgerungsantrag zu stellen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Uns geht es darum, auf die Chancen hinzuweisen, die eine Einbürgerung bietet“, betont Thomas Ostholthoff.

„Das Begegnungszentrum ist für viele Ausländer erste Anlaufstelle für aufenthaltsrechtliche Fragen, oft auch zur Möglichkeit einer Einbürgerung. Mit der Veranstaltung wollen wir Interesse wecken und dazu beitragen, Informationsdefizite abzubauen“, unterstreicht Ralph Jenders.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bei der Ausländerbehörde des Kreises, Telefon 0 25 51/69 22 93.

Der Text zur Veranstaltung ist aus den lokalen Zeitungen übernommen:
1. bbv-net.de
2. mv-online.de
3. nachrichten.de
4. ivz-online.de
5. localxxl.com/
6. azonline.de
7. Tageblatt-online.de

Zoom (4KB)

Bericht
Die Veranstaltung fand in der Schaumburg – ein super schöner Kino- bzw. Theatersaal statt. Die Veranstaltung wurde begleitet mit einer wunderschönen multikulturellen Musik von der Gruppe Glin Amar.
Rund 100 Besucher nahmen an der Informationsveranstaltung zur Einbürgerung in der Schauburg in Ibbenbüren teil. Gerda Kaumanns, Leiterin des Kreis-Ordnungsamtes, moderierte die Veranstaltung mit Musik und Informationen.
Ibbenbürens Bürgermeister Heinz Steingröver, der die Eröffnungsrede gehalten hattte, sagte „Deutschland hat viel zu bieten“. Landrat Thomas Kubendorff, Schirmherr der Kreisinitiative, deutetete darauf hin, dass die Zahl der Einbürgerungen wieder nach oben gehen solle. Sodann präsentierte Thomas Ostholthoff, der die Ausländerbehörde leitet, seinen Arbeitsbereich.
Weitere Artikel aus der lokalen Zeitungen:
ivz-online.de und
Muenstersche Zeitung
azonline.de
Foto: Elvira Meisel-Kemper am 27.04.2010, münstersche Zeitung.

Kenan Araz

Nachweis über ausreichende Sprachkenntnisse

15. April 2010

Nachweis über ausreichende Sprachkenntnisse

ABE-Info 10, 3. Auflage, Stand: 12.06.2009

Was ist unter ausreichende Sprachkenntnisse zu verstehen?
Ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache liegen vor, wenn der
Einbürgerungsbewerber die Anforderungen der Sprachprüfung zum Zertifikat
Deutsch (B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen)
erfüllt.
Wer sich nur auf einfache Art mündlich verständigen kann, hat keine ausreichenden
Deutschkenntnisse für eine Einbürgerung.
Bei den Anforderungen an die deutschen Sprachkenntnisse wird berücksichtigt, ob
sie von dem Einbürgerungsbewerber wegen einer körperlichen, geistigen oder
seelischen Krankheit oder Behinderung nicht erfüllt werden können. Schließlich bedeutet ausreichende Deutschkenntnisse nicht, dass
Sie perfekt oder gar akzentfrei Deutsch können müssen.
Außerdem gibt es für bestimmte Personengruppen Ausnahmen. So bei der
Miteinbürgerung für Ehepartner und minderjähriger Kinder, sowie für Personen ab 60 Jahren und Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage sind die Sprache zu erlernen.
Nicht jede Krankheit oder Behinderung führt zum Ausschluss der genannten
Voraussetzungen, sondern nur diejenigen, die den Einbürgerungsbewerber an der Erlangung der Kenntnisse hindern, insbesondere die Unfähigkeit, sich mündlich oder schriftlich zu artikulieren sowie angeborene oder erworbene Formen geistiger Behinderung oder altersbedingte Beeinträchtigungen. Die Ausschlussgründe sind vom Einbürgerungsbewerber durch ein ärztliches Attest nachzuweisen, wenn sie nicht offenkundig sind.
Als Anreiz für aktive Integrationsbemühungen wird die Verkürzung der
Mindestaufethaltsdauer auf 6 Jahre in Aussicht gestellt, falls der
Einbürgerungsbewerber ein höheres Sprachniveau erreicht (mindestens B2 des europäischen Referenzrahmens).
Wie werden ausreichende Sprachkenntnisse nachgewiesen?
Die erforderlichen Sprachkenntnisse sind in der Regel nachgewiesen, wenn der Einbürgerungsbewerber
– eine Bescheinigung des BAMF über die erfolgreiche Teilnahme an einem
Sprachkurs im Rahmen eines Integrationskurses erworben hat( vor dem 28.
August 2007),
– das Zertifikat Deutsch oder ein gleichwertiges oder höherwertiges
Sprachdiplom erworben hat,
– vier Jahre eine deutschsprachige Schule mit Erfolg (Versetzung in die nächst
höhere Klasse) besucht hat,
– einen Hauptschulabschluss oder wenigstens gleichwertigen deutschen
Schulabschluss erworben hat,
– in die zehnte Klasse einer weiterführenden deutschsprachigen Schule
(Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule) versetzt worden ist, oder
– ein Studium an einer deutschsprachigen Hochschule oder Fachhochschule
oder eine deutsche Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.
Sind die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache nicht oder nicht
hinreichend nachgewiesen (Zeugnisse mit mindestens „ausreichend“ bewertet), wird das persönliche Erscheinen des Einbürgerungsbewerbers zur Überprüfung der Sprachkenntnisse verlangt und gegebenenfalls ein Sprachkurs empfohlen.
Welche Ausnahmen gibt es bei der Miteinbürgerung?
Werden minderjährige Kinder oder Ehepartner mit eingebürgert, dann sind
Ausnahmen von den grundsätzlichen Anforderungen an ausreichende
Deutschkenntnisse möglich.
Ehepartner. Auch für miteinzubürgernde Ehepartner werden grundsätzlich ausreichende Deutschkenntnisse verlangt.
Die Fähigkeit, sich auf einfache Art mündlich verständigen zu können, ist nicht mehr ausreichend.
Es ist erforderlich das Sprachniveau B1 des europäischen Referenzrahmens zu
erfüllen.
Minderjährige Kinder: Wird ein minderjähriges Kind miteingebürgert, ist eine dem Alter entsprechende Sprachentwicklung notwendig, das Kind sollte sich ohne größere Probleme auf Deutsch mündlich verständigen können, so dass es sich in deutschen Lebensverhältnisse einordnet.
Das hat dann allerdings zur Folge, dass kein Anspruch auf Einbürgerung besteht. Es erfolgt dann eine Einbürgerung nach Ermessen. Bei der Ermessenseinbürgerung sind die im Gesetz festgelegten Voraussetzungen nur Mindestvoraussetzungen.
Ohne diese darf eine Einbürgerung nicht erfolgen. Aber auch, wenn diese
Voraussetzungen erfüllt sind, muss die Behörde sie nicht unbedingt einbürgern. Im Rahmen des so genannten Ermessens werden noch weitere Voraussetzungen geprüft.

Kurz gesagt:
Die Einbürgerungsbehörde kann einbürgern, sie muss es aber nicht.
Personen, die mindestens 60 Jahre alt sind Ohne ausreichende Deutschkenntnisse kann die Einbürgerungsbehörde eine Person, die das 60. Lebensjahr vollendet hat, einbürgern, wenn der Einbürgerungsbewerber insbesondere folgende Voraussetzungen erfüllt:
– seit 12 Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt
– seinen Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme von Sozial- oder
Arbeitslosenhilfe bestreitet (Ausnahmen sind dann nicht zulässig)
– sich ohne nennenswerte Probleme im Alltagsleben in deutscher Sprache
mündlich verständigen kann
Da in diesem Fall kein Anspruch auf Einbürgerung besteht, empfehlen wir dringend,
eine der vielen Beratungsstellen aufzusuchen
Weitere Infos erhalten Sie in unseren zahlreichen Infomaterialien und in unserem Aktionsbüro Einbürgerung.

Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE)
Ansprechpartner: Kenan Araz. Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum. Telefon: 02 34 – 962 10 12 | Fax: 02 34 – 68 33 36.
abe@einbuergern.de | http://www.einbuergern.d


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