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NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG Nr. 08/2010 vom 30.08.2010

2. September 2010

Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW
Servicestelle für Einbürgerungsfragen in NRW
NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG
Nr. 08/2010 vom 30.08.2010
www.einbuergern.de
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Wir ziehen am 01.09.2010 in Bochum um.
Unsere neue Postadresse: Gremmestr.19, 44793 Bochum

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Liebe Leserinnen und Leser,
Diese Ausgabe widmen wir dem Sommer 2010.
Die von heftigem Monsunregen ausgelösten Überschwemmungen in Pakistan haben mehr als 1100 Tote gefordert,
Die verheerenden Wald- und Torfbrände in Russland werden zur nationalen Katastrophe, mehr als 100.000 Hektar Wald stehen in Flammen, (Foto: dpa Die Satellitenaufnahme zeigt die Hitzeentwicklung (rot) in Russland, als die Waldbrände auf ihrem Höhepunkt waren)

Nach Erdrutsch in China ist die Opferzahl auf 1117 gestiegen und mehr als 600 Menschen wurden noch vermisst! So die Pressemeldungen.

Bei uns in Deutschland gab es Regen, Stürm und kaltes Wetter. Mit Sarrazin Äußerungen ist die Klima nun kälter geworden: Mit seinem neuen Buch legt Sarrazin nach. Seine bekannten Migrationsthesen à la „Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer“ hat Sarrazin ausgewalzt und mit Zahlen unterlegt. Im Kern geht es um Sarrazins Angst vor einem Deutschland, das aus seiner Sicht immer weniger deutsch ist. Die Politik lasse „eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters zu, die wir gar nicht wünschen“, beklagt der Autor. „Ich möchte, dass auch meine Urenkel noch in ‚Deutschland‘ leben können“, ist da zu lesen (Spiegel Online). Da alle in Deutschland geborene Menschen „DUETSCH“ sind, lassen wir diese Aussage ohne Kommentar!


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INHALT
1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft in der EU:
a. Identität eines Einbürgerungsbewerbers nur im Aufenthaltsrecht zu prüfen
b. Pass für Babys als Chance für illegale Einwanderer.
c. Anspruch auf Einbürgerung nach Ermessen ohne Kenntnisse der deutschen Schriftsprache?
2. Soziales und Integration:
d. Neues Scheidungsrecht für gemischte Ehen.
e. Vermehrte Abschiebungen von Roma auch in Deutschland.
3. Interkulturelles und Vielfalt:
f. Interkulturelle Woche 2010 – „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“.
4. Solidarität und Fairness:
g. Weniger illegale Einwanderer in der EU.
h. Einführung der anonymen Bewerbung.
5. Aktuelles:
i. Kritik an Bundesbankvorstand Sarrazin reißt nicht ab
j. Gebührenverordnung für den neuen Personalausweis.
6. Curriculum Einbürgerung:
k. Nationale Minderheiten in Deutschland.
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1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft

a. Identität eines Einbürgerungsbewerbers nur im Aufenthaltsrecht zu prüfen

Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung. Datum 19. August 2010

Die Klärung der Identität eines Einbürgerungsbewerbers ist nur im Aufenthaltsrecht zu prüfen. In einem späteren Einbürgerungsverfahren ist eine solche Prüfung nicht zu wiederholen. Dies hat der 19. Senat des Oberverwaltungsgerichts durch Urteil vom 18.8.2010 entschieden.
http://www.ovg.nrw.de/presse/index.php
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b. Pass für Babys als Chance für illegale Einwanderer

Quelle: Die Presse. Datum: 03.08.2010

Autorin: Regina Pöll

Würden neugeborene Kinder von Ausländern automatisch Österreicher, hätten „illegale“ Eltern Vorteile: Sie könnten nicht mehr so leicht abgeschoben werden.

WIEN. Die Grünen wollen Neugeborene in Österreich automatisch einbürgern. Mit diesem Vorstoß haben sie aber bei allen anderen politischen Parteien heftige Kritik geerntet. Zu groß ist vor allem bei der FPÖ und beim BZÖ, außerdem aber auch im Innenministerium die Sorge vor „Geburtentourismus“: Scharen von Ausländerinnen und ihren Männern könnten gezielt für Geburten nach Österreich kommen, damit ihre Kinder hier sofort die Staatsbürgerschaft bekommen – und sie selbst bessere Aussichten auf ein Aufenthalts- und Bleiberecht haben.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/585356/index.do
https://einbuergerungintegration.wordpress.com/
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c. Anspruch auf Einbürgerung nach Ermessen ohne Kenntnisse der deutschen Schriftsprache?

Quelle: Migrationsrecht.net – Das Fachportal zum Ausländerrecht. Datum: Aug. 2010

Geschrieben von: Dr. Klaus Dienelt

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mit Urteil vom 27. Mai 2010 (BVerwG 5 C 8.09) entschieden, dass auch nach den Änderungen des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) seit 1999 eine Einbürgerung nach Ermessen (gemäß § 8 StAG – siehe unten 1) abgelehnt werden kann, wenn der Ausländer Deutsch nicht lesen kann. Dies gilt auch für Analphabeten, die – wie der Kläger – nicht infolge einer Krankheit oder Behinderung nicht lesen können und auch in ihrer Muttersprache keine Kenntnisse der Schriftsprache haben.

Der Kläger ist im Jahre 1970 in der Türkei geboren. Er reiste 1989 mit seiner Ehefrau in das Bundesgebiet ein und ist als Asylberechtigter anerkannt. Er ist Analphabet. Seit 1995 ist er im Besitz eines unbefristeten Aufenthaltstitels. Die Beklagte lehnte den im Jahr 2002 gestellten Einbürgerungsantrag ab, weil der Kläger Deutsch nicht lesen und schreiben könne.

http://www.migrationsrecht.net/nachrichten-rechtsprechung/1570-bverwg-einbuergerung-sprachkenntnis-analphabeten.html
http://einbuergern.wordpress.com/2010/08/02/anspruch-auf-einburgerung-nach-ermessen-ohne-kenntnisse-der-deutschen-schriftsprache/

2. Soziales und Integration

d. Neues Scheidungsrecht für gemischte Ehen

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum: 05.08.2010

Ehepaare mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit sollen in Zukunft selbst entscheiden können, nach welchem Landesrecht sie sich scheiden lassen wollen. Neben Deutschland beteiligen sich 13 andere Mitgliedstaaten an den neuen Scheidungsregeln. Damit wird erstmals in der Geschichte der EU das Verfahren der Verstärkten Zusammenarbeit angewendet. „Dieser erstmalige Rückgriff auf die Verstärkte Zusammenarbeit ist ein großer Schritt in Richtung einer EU, die Politik für ihre Bürger macht. Die Liebe macht nun mal nicht an Landesgrenzen halt! Die vielen Paare mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit brauchen rechtsverbindliche Regeln, die für ihren Fall gelten“, erklärte Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding zuständig Grundrechte und Bürgerschaft.

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/1035&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
https://einbuergerungintegration.wordpress.com/
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e. Vermehrte Abschiebungen von Roma auch in Deutschland

Quelle: Welt Online. Datum: 19.08.2010

Nachdem in Frankreich Roma-Siedlungen aufgelöst wurden, sollen auch in Deutschland Mitglieder der Minderheit verstärkt abgeschoben werden.

(…) Nicht nur in Frankreich, auch in Deutschland sind zahlreiche Roma-Familien im Visier der Behörden. Seit Deutschland und das Kosovo im April ein Abkommen unterzeichnet haben, das Abschiebungen regelt, ist der Weg frei für die so genannte „Rückführung“ von rund 12.000 Angehörigen der Minderheiten der Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter, die keinen gültigen Aufenthaltstitel haben. Bevor das Abkommen in Kraft trat, mahnte Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) die Länder zwar zur Mäßigung. Doch die Praxis sieht offenbar anders aus.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article9086007/12-000-Roma-sollen-Deutschland-verlassen.html
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3. Interkulturelles & Vielfalt

f. Interkulturelle Woche 2010 – „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“

Quelle: Interkulturelle Woche. Datum: 08/2010

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten und Integrationsbeauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. An der Interkulturellen Woche beteiligen sich zahlreiche Gemeinden, Vereine, Vertreter von Kommunen und Einzelpersonen in mehr als 300 Städten mit insgesamt etwa 3.000 Veranstaltungen.

Die Aktionsformen sind sehr vielfältig. Sie reichen von Lesungen, Musik-, Film-, Theater- und Tanzveranstaltungen, Diskussionen, Workshops, Seminare, Sportveranstaltungen, Festen sowie Tagen der Offenen Türe bei Religionsgemeinschaften, Institutionen, Unterkünften und Schulen bis hin zu Gottesdiensten und Friedensgebeten sowie Andachten.

Die Interkulturelle Woche findet jährlich Ende September, von Sonntag bis Samstag vor dem Erntedankfest statt. Sie wird mit einer zentralen Auftaktveranstaltung bundesweit eröffnet: Dieses Jahr in der Kultuhauptstadt „Essen für das Ruhrgebiet“ am Freitag den 24. September.

Informationen zu Terminen, Veranstaltungen und Veranstaltungsorten finden Sie auf der Homepage der Interkulturellen Woche.

http://www.ekd.de/interkulturellewoche/index.html

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4. Solidarität & Fairness

g. Weniger illegale Einwanderer in der EU

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum:03.08.2010

2009 sank die Zahl der registrierten illegalen Einwanderer in der EU um 50 Prozent (auf 31 071). Bei den registrierten Asylanträgen hielt die steigende Tendenz der Vorjahre allerdings an. 2009 wurde eine Zunahme von 8 Prozent verzeichnet. „Mehrfachanträge“, bei denen dieselbe Person Asylanträge in mehreren Mitgliedstaaten oder in einem Land wiederholt einen Asylantrag gestellt hat, stiegen 2009 ebenfalls auf 23,3 Prozent. Dies belegt der heute von der Kommission veröffentlichte Jahresbericht 2009 über die Biometriedatenbank Eurodac. Eurodac ist eine umfangreiche Datenbank für Fingerabdrücke von Asylbewerbern und in der EU aufgegriffenen illegalen Einwanderern. Die Datenbank unterstützt die effektive Anwendung des Dubliner Übereinkommens über die Bearbeitung von Asylanträgen.

https://einbuergerungintegration.wordpress.com/

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/1023&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
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h. Einführung der anonymen Bewerbung

Quelle: Sueddeutsche.de. Datum: 24.08.2010

Autorin: Daniela Kuhn

Fünf Großunternehmen wollen von Herbst an nur noch anonymisierte Bewerbungen annehmen und so Diskriminierung verhindern. Doch es gibt Zweifel, ob sich der Aufwand lohnt.

Die Deutsche Telekom, die Deutsche Post, L’Oréal, Procter & Gamble und der Geschenkedienstleister Mydays wollen die anonymisierte Bewerbung testen. Von Herbst an werden die fünf Unternehmen für bestimmte Bereiche in ihrem Haus nur noch Bewerbungen ausschreiben, in denen jegliche Angabe zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Adresse oder Familienstand fehlen. „Wir wollen Menschen eine Chance geben, die sonst womöglich nie zum Vorstellungsgespräch eingeladen würden“, sagte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Initiatorin des Projekts, am Dienstag in Berlin.

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem ausländisch klingenden Namen trotz gleicher Qualifikation seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden als solche mit einem deutsch klingenden Namen. „Aus unserer Beratungspraxis wissen wir auch, dass Frauen, die in ihrer Bewerbung angeben, zwei Kinder zu haben, häufiger eine Absage erhalten, als wenn sie die Kinder verschweigen“, sagte Lüders. Mit dem Pilotprojekt will sie herausfinden, ob die anonymisierte Bewerbung die Chancen dieser Bewerber auf eine Stelle erhöht. „Zudem wollen wir in Erfahrung bringen, wie aufwendig das Bewerbungsverfahren durch die Anonymisierung wird und ob es überhaupt praktikabel für die Unternehmen ist“, erklärte Lüders. Neben den fünf Firmen nimmt auch das Bundesfamilienministerium an der Testphase teil.

http://www.sueddeutsche.de/karriere/anonyme-bewerbung-in-der-testphase-nur-augen-fuer-die-qualifikation-1.991974
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5. Aktuelles

i. Kritik an Bundesbankvorstand Sarrazin reißt nicht ab

Quelle: DW. Datum: 30.08-2010

BERLIN: Nach seinen umstrittenen Äußerungen zu Einwanderern werden die Rufe nach einer Ablösung von Thilo Sarrazin als Vorstandsmitglied der Bundesbank immer lauter. Er sei zu einer Belastung für eine öffentliche Einrichtung und damit für das Ansehen der Bundesrepublik geworden, hieß es quer durch alle Parteien und Gewerkschaften. Die SPD prüft erneut Möglichkeiten eines Parteiausschlusses. Sarrazin stellt heute in Berlin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ vor, in dem er vor allem Moslems fehlende Bereitschaft zur Integration vorwirft. Kritiker haben Proteste angekündigt.

http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_5954918,00.html

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j. Gebührenverordnung für den neuen Personalausweis

Quelle: Bundesministerium des Innern. Datum 06.08.2010

Am 1. November 2010 wird der neue Personalausweis eingeführt. Nun stehen auch die Gebühren für das neue Ausweisdokument fest. Die Verordnung über Gebühren für Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis – kurz: Personalausweisgebührenverordnung – weicht von dem ursprünglichen Entwurf des Bundesinnenministeriums in einigen Punkten ab. Grund sind Änderungswünsche des Bundesrats im Bereich der Ermäßigungstatbestände, denen der Bundesinnenminister in seinem Beschluss jetzt nachkommt. Die Länderkammer hatte bei ihrer Sitzung vom 9. Juli 2010 dem Entwurf des Bundesinnenministers zwar grundsätzlich zugestimmt, aber noch Änderungen erbeten.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2010/ohneMarginalspalte/08/gebuehren_vo_perso.html
http://einbuergern.wordpress.com/

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6. Curriculum Einbürgerung

k. Nationale Minderheiten in Deutschland

Quelle: Bundesministerium des Innern. Datum: 08.08. 2010

In der Broschüre werden die vier anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland mit ihrer jeweiligen Geschichte, ihren Siedlungsgebieten, ihren Sprachen und ihren Organisationen dargestellt. Dies sind die dänische Minderheit, die Friesen in Deutschland, die deutschen Sinti und Roma sowie das sorbische Volk.

Das Heft enthält zudem die wichtigsten Vorschriften zum Minderheitenrecht sowie zahlreiche Adressen der Verbände der Minderheiten und einschlägiger staatlicher und sonstiger Institutione n, die gerne für weitere Informationen sorgen.

http://www.bmi.bund.de/cln_183/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/DE/2010/natmin.html?nn=110428
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Impressum und Kontakt:
Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE) herausgegeben. Die Herausgabe wird vom MGFFI bzw. MAGS des Landes NRW www.mgffi.nrw.de (bzw. www.mags.nrw.de )und von der IFAK e.V. www.ifak-bochum.de gefördert.

Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder. Sie können Ihr Abonnement unter der Emailadresse newsletter@einbuergern.debeenden.
Redaktion: Kenan Araz und Vera Moneke, Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE), Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum, Tel: 0234/9621012, Fax: 0234/ 0234/683336,
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NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG Nr. 07/2010 vom 28.07.2010

28. Juli 2010

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Liebe Leserinnen und Leser,

Wir sind mitten in der Ferienzeit, die WM ist zu Ende und Deutschland ist dritter geworden. Die A40-Aktion hat sich „About three million people turned a busy motorway into one of the biggest open-air festivals in Germany’s history on Sunday.“ als einen großen Erfolg erwiesen. Das Land NRW wird von einer von der linken Partei tolerierten Minderheitsregierung von der SPD und den Grünen regiert und geht somit einen neuen Weg.

Nun ist momentan in Deutschland alles durch die Loveparade-Tragödie in Duisburg überschattet. Wir als NRW-Organisation möchten auf diesen Weg allen  Angehörigen, Hinterbliebenen, FreundInnen und die das überlebt haben unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen. R.I.P. !

Für Samstag, 31. Juli von 11:00 bis 20:00 Uhr ist eine Schweigeminute für die Opfer der Loveparade auf der ganzen Welt angesagt.

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INHALT

1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft in der EU:

a. Staatsbürgerschaftsbewilligungen in Europa gesunken.

2. Soziales und Integration:

b. Guntram Schneider: Minister für Arbeit, Integration und Soziales in NRW.

c. Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge geht weiter.

d. 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland

3. Interkulturelles und Vielfalt:

e. Erstmals mehr als 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.

f. Still-Leben Ruhrschnellweg – 18.07.2010.

4. Solidarität und Fairness:

g. Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum Berufsbildungsbericht 2010.

h. EU startet Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Menschenrechtskonvention.

5. Aktuelles:

i. Zahl der Asylbewerber im ersten Halbjahr 2010 steigend – deutlich mehr Asylbewerber aus Afghanistan.

6. Curriculum Einbürgerung:

j. In der Zuständigkeit anderer Ministerien – Umstellung des Ministeriums MGFFI.

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1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft

a. Staatsbürgerschaftsbewilligungen in Europa gesunken

Quelle: Eurostat, Statistics in focus. Datum: Juli 36/2010

Author: Fabio SARTORI

Die Annahme der Staatsbürgerschaft ist ein wichtiger Schritt in Richtung Integration. Deswegen ist es bedenklich, wenn die Zahl der jährlichen Staatsbürgerschaftsbewilligungen in Europa nun im zweiten Jahr in Folge zurück geht. 696.000 Menschen in Europa nahmen 2008 die Staatsbürgerschaft eines EU 27 Mitgliedstaates an, 11.000 weniger als im Vorjahr. Allerdings scheint sich der Abschwung mit zwei Prozent gegenüber vier Prozent des Vorjahres abzuschwächen. Frankreich, Großbritannien und Deutschland vergeben zusammen über 50 Prozent der Staatsbürgerschaften in den EU27 Mitgliedsstaaten. Während allerdings in Frankreich verglichen mit 2007 ein moderater Anstieg der Bewilligungen verzeichnet wurde, wurden in den beiden anderen Ländern über zwanzig Prozent weniger Staatsbürgerschaften vergeben. Schweden ist das Land mit den höchsten Bewilligungsraten bezogen auf die Einwohnerzahl und auch im Vergleich zu der Anzahl der Ausländer und Ausländerinnen im Land. Deutschland rangiert hier, nicht sehr überraschend, vergleichsweise weit

unten. Gründe für die im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und der Anzahl der Ausländer und Ausländerinnen schlechte Einbürgerungsrate sind in den in den letzten Jahren verschärften Anforderungen für Einbürgerungswillige sowie am Ablehnen von doppelten Staatsbürgerschaft zu suchen.

www.migration-online.de/statistic_citizenship
http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=migr_acq&lang=en
http://www.proqua.de/data/publikationen_datei_1279607424.pdf

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2. Soziales und Integration

b. Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales in NRW

Quelle: MAGS. Datum: 07/2010

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat Guntram Schneider zum neuen Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. „Ich freue mich auf die Herausforderung“, sagte der gebürtige Westfale bei seinem Amtsantritt in Düsseldorf. Zuletzt war Guntram Schneider Vorsitzender des DGB-Bezirks Nordrhein-Westfalen.

www.mags.nrw.de
www.integration.nrw.de

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c. Staatsministerin Böhmer legt 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor „Integration kommt voran- aber die Anstrengungen müssen noch verstärkt werden!“

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Pressemitteilung NR.: 247. Datum: 07.07.2010

„Die Integration in Deutschland gewinnt an Fahrt. Bei Sprache, Bildung und Ausbildung sind Fortschritte zu verzeichnen. Dennoch gilt: Gerade im Bildungs- und Ausbildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt ist die Situation vieler Migranten nach wie vor dramatisch. Diese Großbaustellen der Integration müssen wir in den nächsten Jahren verstärkt angehen. Unser Ziel ist: Deutschland muss das Land der Aufsteiger werden!“

Das erklärte Staatsministerin Maria Böhmer anlässlich des 8. Berichts über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, den sie heute dem Bundeskabinett vorgelegt hat. Anschließend übergab die Integrations-beauftragte den Bericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert.

„Integration ist eine Schicksalsfrage für unser Land. Mittlerweile hat etwa jedes dritte Kind unter 5 Jahren einen Migrationshintergrund. In diesem Jahrzehnt entscheidet sich, (…)

http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2010/07/2010-07-07-ib-bericht.html
http://einbuergern.wordpress.com/2010/07/07

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d. Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge geht weiter

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Datum: 09.07.2010

Die Bundesregierung hat das Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge um einen 2. Aufruf verlängert. Ziel ist es, diese Personengruppe dabei zu unterstützen, in Deutschland eine auf Dauer angelegte Arbeit zu finden. Rund 14.000 Ausländerinnen und Ausländer haben derzeit ein Bleiberecht auf Probe und können nur dauerhaft hier leben, wenn es Ihnen gelingt, bis 2011 ihren Lebensunterhalt eigenständig zu sichern.

Bundesministerin Ursula von der Leyen:

„Mit dem Bundesprogramm helfen wir Menschen, die schon lange in Deutschland leben, sich dauerhaft in den Arbeitsmarkt und damit auch in die Gesellschaft zu integrieren.“

http://www.esf.de/portal/generator/8/startseite.html
http://www.bmas.de/portal/16702/startseite.html

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3. Interkulturelles & Vielfalt

e. Erstmals mehr als 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Quelle: Destatis – Pressemitteilung Nr.248,. Datum: 14.07.2010

WIESBADEN – Im Jahr 2009 hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland erstmals den Wert von 16 Millionen überschritten; dies zeigen die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Zahlen aus dem Mikrozensus. Im Jahr 2005 hatte die Zahl noch bei 15,3 Millionen gelegen. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat entsprechend von 18,6% auf 19,6% zugenommen. Dieser Anstieg speist sich aus zwei Quellen: Von 2005 bis 2009 ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund durch Zuzug und Geburten um 715 000 angewachsen und die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist sterblichkeitsbedingt um 1,3 Millionen zurückgegangen. (…)

2009 machen die 7,2 Millionen Ausländerinnen und Ausländer 8,8% der Bevölkerung aus, die 8,5 Millionen Deutschen mit Migrationshintergrund dagegen 10,4%. Gegenüber 2005 ist die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer um 96 000 zurückgegangen, die der Deutschen mit Migrationshintergrund ist um 811 000 angestiegen.

https://www-ec.destatis.de/csp/shop/
http://einbuergern.wordpress.com/2010/07/15/erstmals-mehr-als-16-millionen-menschen-mit-migrationshintergrund-in-deutschland/

f. Still-Leben Ruhrschnellweg – 18.7.2010

Quelle: Ruhr.2010. Datum: 06/2010

Die Autobahn A40/B1 ist ein Boulevard der besonderen Art. Auf 60 Kilometern verbindet sie von West nach Ost die Städte, Stadtteile und Menschen der Metropole Ruhr. Sie ist 35 Kilometer länger als die längste Nord-Süd-Verbindung, mit der Manhattan aufwarten kann. (…)

Mitten auf der Hauptverkehrsader feierten über drei Millionen Menschen der Metropole Ruhr mit ihren Gästen und Besuchern am 18. Juli 2010 ein einmaliges Fest der Alltagskulturen. Von 11 bis 17 Uhr. Kein Motorenlärm, keine Abgase. Stattdessen in Fahrtrichtung Duisburg: die längste Tafel der Welt. 20.000 Tische auf 60 und Auf der Gegenrichtung von Duisburg nach Dortmund sind mit allem was Räder, aber keinen Motor hat, die Autobahn befahren.

„About three million people turned a busy motorway into one of the biggest open-air festivals in Germany’s history on Sunday.“ So auch die ausl. Medien haben berichtet.

http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/programm/feste-feiern/still-leben-ruhrschnellweg.html

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4. Solidarität & Fairness

g. Stellungnahme des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit zum Berufsbildungsbericht 2010

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum:18.06.2010

Von: Tina Hofmann

Anlässlich der diesjährigen Veröffentlichung des Berufsbildungsberichts 2010 hat der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit umfassend Stellung bezogen.

Die Stellungnahme nimmt eine kritische Bewertung der aktuellen Situation am Ausbildungsstellenmarkt vor und enthält umfassende Vorschläge zur Verbesserung der Ausbildungschancen für benachteiligte jungen Menschen. Die Forderungen sind an dem Ziel orientiert, „Ausbildung für Alle“ zu ermöglichen. Die Stellungnahme umfasst ebenso Vorschläge zur Weiternentwicklung der Ausbildungsförderung wie auch Anregungen zur Schaffung eines kohärenten Übergangssystem von der Schule in den Beruf.

http://www.der-paritaetische.de/242/?tx_ttnews
http://einbuergern.wordpress.com/2010/07/05

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h. EU startet Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Menschenrechtskonvention

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum: 07-07-2010

In Straßburg haben heute die Beitrittsverhandlungen zur Menschenrechtskonvention zwischen der Europäischen Union und dem Europarat begonnen. Die EU will möglichst schnell der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMK) beitreten, um ihren Bürgern einen besseren Grundrechteschutz zu gewährleisten. Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding und der Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, bekräftigten dabei ihren Willen, den Prozess voranzutreiben. „Der EU kommt eine tragende Rolle bei der weiteren Stärkung des Grundrechtssystems der Konvention zu. Wir haben mit unserer eigenen Charta der Grundrechte die weltweit modernste Kodifizierung von Grundrechten“, sagte Reding, die für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft zuständig ist.

http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/index_de.htm
https://einbuergerungintegration.wordpress.com/2010/07/09/eu-startet-beitrittsverhandlungen-zur-europaischen-menschenrechtskonvention/

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5. Aktuelles

i. BMI Pressemitteilung: Zahl der Asylbewerber im ersten Halbjahr 2010 steigend – deutlich mehr Asylbewerber aus Afghanistan

Quelle: BMI-Pressemitteilung. Datum 09.07.2010

Im ersten Halbjahr 2010 wurden in Deutschland 15.579 Asylerstanträge gestellt. Damit kamen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres 3.125 Asylerstantragsteller (+ 25,1 Prozent) mehr nach Deutschland.

Nach wie vor waren Asylanträge von Irakern am häufigsten, wenn auch mit sinkender Tendenz: 2.596 Asylbewerber kamen aus dem Irak. Deutlich angestiegen sind die Asylbewerberzahlen aus Afghanistan. Wurden hier im ersten Halbjahr 2009 noch 1.120 Erstanträge gestellt, so waren es im ersten Halbjahr 2010 insgesamt 2.504 Anträge.

3.691 Personen wurde im ersten Halbjahr 2010 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention zuerkannt. Dies entspricht einem Anteil von 18,6 Prozent aller Asylentscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in diesem Zeitraum. Zudem erhielten weitere 1.428 Antragsteller (7,2 Prozent) sog. subsidiären Schutz, z.B. weil ihnen im Herkunftsland die Todesstrafe oder Folter konkret drohten.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/07/asylzahlen_juni2010.html
http://einbuergern.wordpress.com/2010/07/09/bmi-pressemitteilung-zahl-der-asylbewerber-im-ersten-halbjahr-2010-steigend-deutlich-mehr-asylbewerber-aus-afghanistan/

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6. Curriculum Einbürgerung

j. In der Zuständigkeit anderer Ministerien – Umstellung des Ministeriums MGFFI in NRW

Quelle: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. Datum: Juli 2010

Wichtiger Hinweis:

Integration

Der Themenbereich Integration ist am 15. Juli 2010 in das neu gebildete Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen übergegangen. Informationen zum Themenbereich Integration finden Sie vorläufig weiterhin auf dieser Seite.

Familie

Der Themenbereich Familie ist am 15. Juli 2010 in das neu gebildete Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen übergegangen. Informationen zum Themenbereich Familie finden Sie vorläufig weiterhin auf dieser Seite.

Kinder und Jugend

Der Themenbereich Kinder und Jugend ist am 15. Juli 2010 in das neu gebildete Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen übergegangen. Informationen zum Themenbereich Kinder und Jugend finden Sie vorläufig weiterhin auf dieser Seite.

Internationale Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen

Der Themenbereich Internationale Zusammenarbeit ist am 15. Juli 2010 in die Zuständigkeit der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen übergegangen. Informationen zum Themenbereich Internationale Zusammenarbeit finden Sie vorläufig weiterhin auf dieser Seite.

http://www.mgepa.nrw.de/

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Impressum und Kontakt:

Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE) herausgegeben. Die Herausgabe wird vom MGFFI bzw. MAGS des Landes NRW www.mgffi.nrw.de (bzw. www.mags.nrw.de )und von der IFAK e.V. www.ifak-bochum.de gefördert.

Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder. Sie können Ihr Abonnement unter der Emailadresse newsletter@einbuergern.debeenden.

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NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG Nr. 06/2010 vom 22.06.2010

24. Juni 2010

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Servicestelle für Einbürgerungsfragen in NRW

NEWSLETTER ZUR EINBÜRGERUNG

Nr. 06/2010 vom 22.06.2010

www.einbuergern.de

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Liebe Leserinnen und Leser,

Nun sind wir alle im WM-Fieber: auf der Straße flattern schwarz-rot-goldenen Fähnchen an den Scheiben vieler Autos lustig und amüsant wie schon vor 4 Jahren.

Die Menschen in Afrika sind am jubeln und triumphieren anders als in Europa: laut und emotional; natürlich und ohne Verkrampfung!

Auf dem Feld spielen Menschen aus allen Farben, Sprachen und Nationen. Deutsche Mannschaft ist kaum zu unterscheiden von der Brasilianischen und die Französische von der Südafrikanischen.

Die Integration kann so eben einfach sein, wie die WM!

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INHALT

1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft in der EU:

a. Deutsche Staatsangehörigkeit möglicherweise bei Kindern unerkannt.

2. Soziales und Integration:

b. Partizipation statt Ausgrenzung – Ein Antrag des DGB zum Thema Integration.

3. Interkulturelles und Vielfalt:

c. Still-Leben Ruhrschnellweg – 18.7.2010.

d. Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010. Endgültige Ergebnisse

4. Solidarität und Fairness:

e. Weltflüchtlingstag: Europäische Werte bewahren.

f. Gleicher Schutz für Menschen aus Drittstaaten.

5. Aktuelles:

g. 2.343 Asylerstanträge im Mai 2010.

6. Curriculum Einbürgerung:

h. 25 Jahre Schengener Abkommen

i. Einbürgerungsstatistik

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1. Einbürgerung und Staatsbürgerschaft

a. Deutsche Staatsangehörigkeit möglicherweise bei Kindern unerkannt

Quelle: hib: heute im bundestag. Inneres/Kleine Anfrage – 01.06.2010.

Berlin: (hib/STO/ELA) Eine „möglicherweise unerkannt gebliebene deutsche Staatsangehörigkeit von Kindern türkischer Eltern“ thematisiert die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (17/1797). Darin verweisen die Abgeordneten darauf, dass dem Staatsangehörigkeitsgesetz zufolge Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit per Geburt unter anderem erwerben, wenn „ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig den gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und über ein ‘unbefristetes Aufenthaltsrecht‘ verfügt.“ Auch besäßen nach den Vorläufigen Anwendungshinweisen des Bundesinnenministeriums vom 17. April 2009 zum Staatsangehörigkeitsgesetz „türkische Staatsangehörige, die unter Artikel 6 und 7 des Beschlusses Nummer 1/80 des Assoziationsrates EWG-Türkei fallen“, ein unbefristetes Aufenthaltsrecht.

http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_06/2010_174/03.html

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2. Soziales und Integration

b. Partizipation statt Ausgrenzung – Ein Antrag des DGB zum Thema Integration

Quelle: Migration Online. Datum: 01.06.2010

Ein umfassender Antrag zum Thema Integration, der auf dem DGB Kongress vom 16. bis 20. Mai in Berlin verabschiedet wurde, war vom DGB Bundesvorstand eingebracht worden, Titel: „Partizipation statt Ausgrenzung – für ein neues Integrationsverständnis.“

Darin werden die unterschiedlichen Themenfelder im Bereich Integration angesprochen und Forderungen des DGB formuliert. Gemeinsam ist dabei der Ansatz auf Nachhaltigkeit der Strategien und Maßnahmen Wert zu legen. Generell gilt: „Wir brauchen eine Kultur der Anerkennung in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen. Dabei muss auch die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund mit einbezogen werden.“

Ein konkretes Themenfeld ist der Nationale Integrationsplan (NIP), mit dem aus Sicht der Gewerkschaften eine Neuausrichtung der Integrationspolitik verbunden ist. Allerdings sind wichtige Themenfelder ausgeblendet und das, was beschlossen wurde, wird nur zögerlich umgesetzt. Überfällig ist zum Beispiel die Erhöhung des Anteils von Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Öffentlichen Dienst. (…)

Beim Thema Partizipation thematisiert der Beschluss auch die Frage der Einbürgerung. Dabei widerspricht der DGB „der Auffassung, die die Einbürgerung als Endpunkt einer gelungenen Integration betrachtet und mit der Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit die Aufgabe kultureller und sprachlicher Wurzeln verbindet“. Die Tatsache zurückgehender Zahlen bei den Einbürgerungen wird auf die gewachsenen Hürden durch das so genannte EU-Richtlinienumsetzungsgesetz und den Optionszwang zurückgeführt.

http://www.migration-online.de/beitrag._aWQ9NzI1OQ_.html

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3. Interkulturelles & Vielfalt

c. Still-Leben Ruhrschnellweg – 18.7.2010

Quelle: Ruhr.2010. Datum: 06/2010

Die Autobahn A40/B1 ist ein Boulevard der besonderen Art. Auf 60 Kilometern verbindet sie von West nach Ost die Städte, Stadtteile und Menschen der Metropole Ruhr. Sie ist 35 Kilometer länger als die längste Nord-Süd-Verbindung, mit der Manhattan aufwarten kann. Die Straße mit einem der höchsten Verkehrsaufkommen in Deutschland ist die Hauptschlagader der Region. Im Kulturhauptstadtjahr steht sie still. An einem Tag. Für sechs Stunden.

Mitten auf der Hauptverkehrsader feiern die Menschen der Metropole Ruhr mit ihren Gästen und Besuchern am 18. Juli 2010 ein einmaliges Fest der Alltagskulturen. Von 11 bis 17 Uhr, wenn die gesamte Strecke in beiden Richtungen für den Kraftverkehr gesperrt ist. Kein Motorenlärm, keine Abgase. Stattdessen in Fahrtrichtung Duisburg: die längste Tafel der Welt. 20.000 Tische auf 60 Kilometern – alle zusammen eine große Begegnungsstätte der Kulturen, Generationen und Nationen. Auf der Gegenrichtung von Duisburg nach Dortmund können alle Interessierten die einmalige Chance nutzen, mit allem was Räder, aber keinen Motor hat, die Autobahn zu befahren.

http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/programm/feste-feiern/still-leben-ruhrschnellweg.html

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d. Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010. Endgültige Ergebnisse

Quelle: Landeswahlleiterin des Landes NRW. Datum:

Die Landtagswahl hat am 9. Mai 2010 stattgefunden. Wahlberechtigte: 13.267.052; Wähler: 7.870.412; Wahlbeteiligung: 59,32 %; Gültige Erststimmen: 7.741.955; Gültige Zweitstimmen: 7.760.546.

Der Anteil in Prozent sowie die Sitzverteilung: CDU 34,56 % und 67 Sitze, SPD 34,48 % und 67 Sitze, Grüne 12,13 % und 23 Sitze, FDP 6,73 % und 13 Sitze und Die Linke 5,61 % und 11 Sitze.

8 Abgeordnete mit Migrationshintergrund sind ebenso in den neuen Landtag eingezogen. Das ist ein Zeichen der Integration und somit gilt NRW als „Pilotland“ für Integration, wie der LAGA-Vorsitzende Tayfun Keltek in der LAGA-Pressemitteilung vom 9. Juni kommentiert hat.

Die neuen Landtagsmitglieder mit Zuwanderungshintergrund sind:

Michael Georg Aggelidis

Hamide Akbayir

Ali Atalan

Özlem Alev Demirel

Mehrdad Mostofizadeh

Arif Ünal

Ibrahim Yetim

Serdar Yüksel

http://www.laga-nrw.de/data/pressemitteilung_vom__09.06._ii.pdf

http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2010/index.html

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/muehsamer-einzug-der-einwanderer/

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4. Solidarität & Fairness

e. Weltflüchtlingstag: Europäische Werte bewahren

Quelle: Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum:18.06.2010

Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni mahnte die EU-Kommission europäische Werte wie Toleranz und Schutzgewährung für verfolgte Menschen an. „Wir alle sind Teil einer Tradition, die auf Toleranz, Willkommenheißen und Schutzraum beruht. Wir sollten unvermindert an einem System arbeiten, das an diese stolzen Traditionen anknüpft“, betonte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Der Weltflüchtlingstag erinnere uns an unsere Verpflichtung, all jenen Asyl zu geben, die vor Verfolgung und Konflikten aus ihren Heimatländern fliehen. Gleichwohl müsse die Rechtslage für Asylsuchende in der EU einheitlicher werden, bekräftigte Malmström.

http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/9246_de.htm

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f. Gleicher Schutz für Menschen aus Drittstaaten

Europäische Kommission – Die EU in Deutschland. Datum: 16.06.2010

Menschen aus Drittstaaten werden immer noch nicht überall in der Europäischen Union ausreichend geschützt. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission in ihrem Bericht über die Umsetzung der Anerkennungsrichtlinie. Sie legt die Mindestnormen für den internationalen Schutz von Drittstaatenangehörigen fest. Die unterschiedliche Interpretation der Richtlinie in den Mitgliedstaaten führt jedoch dazu, dass zuweilen die Mindestnormen nicht eingehalten werden.

Die EU-Kommission hat bereits 2009 einen Vorschlag unterbreitet, um die Probleme zu beheben. EU-Kommissarin Malmström fordert das Europäische Parlament nun erneut auf, die Änderungsvorschläge anzunehmen.

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/744&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en

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5. Aktuelles

g. 2.343 Asylerstanträge im Mai 2010

Quelle: BAMF. Datum: 04.06.2010

Im Mai 2010 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2.343 Asylerstanträge gestellt. Die Zahl der Asylbewerber sank im Vergleich zum Vormonat um 50 Personen (-2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2009 stieg die Zahl der Asylbewerber um 508 Personen (27,7 Prozent).

636 Personen erhielten im Mai 2010 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (16,7 Prozent aller Asylentscheidungen). Zudem erhielten 335 Personen (8,8 Prozent) sogenannten „subsidiären Schutz“ (Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 Aufenthaltsgesetz). (…) Gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr (Mai 2009: 1.835 Personen) ist die Zahl der Asylbewerber im Mai 2010 um 508 (27,7 Prozent) gestiegen.

Hauptherkunftsländer im Mai 2010 waren: Irak (354), Afghanistan (334), Serbien (161), Iran (156), Kosovo (120), Türkei (97), Syrien (89), Somalia (81), Vietnam (80), Russische Föderation (80). (…) In der Zeit von Januar bis Mai 2010 haben insgesamt 12.715 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (10.423 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 2.292 Personen (22,0 Prozent).

http://www.bamf.de/cln_180/nn_442016/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/DasBAMF/2010/100604-0012-pressemitteilung-bmi.html?__nnn=true

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6. Curriculum Einbürgerung

h. 25 Jahre Schengener Abkommen

Quelle: EU-Info. Deutschland. Datum 11.06.2010

Schengen steht für ein grenzenloses Europa und markiert einen Wendepunkt in der europäischen Geschichte. In dem kleinen Luxemburger Winzerdorf Schengen unterzeichneten vor 25 Jahren Vertreter von Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden das Abkommen, durch das die Grenzkontrollen fielen. „Damit begann die Vertiefung des Europäischen Integrationsprozesses. Ein Ergebnis der stetigen Erweiterung des Schengen Raums ist, dass über 400 Millionen Europäer Reisen ohne Reisepass genießen können“, sagte dazu EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

„Schengen ist zu einem der bedeutendsten Symbole dafür geworden, wie Europa das Leben seiner Bürger verbessert. Durch Erleichterungen beim Reisen, im Tourismus und im Handel wurde die Integration verstärkt und die Hindernisse für Frieden und Freiheit in Europa aus dem Weg geräumt. Dies hat das Leben vieler von uns berührt. Die Gründer von Schengen haben uns gelehrt, nach vorne zu schauen und nach hohen Zielen zu streben“, ergänzte die Kommissarin. Somit sollten ihre Errungenschaften gefeiert und als Ansporn zu weiteren Anstrengungen für ein freies und friedliches Europa genommen werden.

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/10/249&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en

i. Einbürgerungsstatistik

Quelle: Landesdatenbank NRW. Datum: 22.06.2010

Erläuterung

Die Einbürgerungsstatistik weist jährlich die eingebürgerten Personen nach der Einbürgerungsart, dem Alter, dem Geschlecht und der bisherigen Staatsangehörigkeit nach. Ermittelt werden die Daten von den Einbürgerungsbehörden.

Die Statistik bezieht sich auf diejenigen Personen, die im Laufe des Berichtsjahres die deutsche Staatsbürgerschaft durch Einbürgerung erworben haben. Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt von im Inland geborenen Kindern ausländischer Eltern (nach § 4 Abs. 3 StAG) ist in den Daten nicht enthalten. (Seit dem 01.01.2000 regelt § 4 Abs. 3 StAG, dass Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt erwerben, wenn ein Elternteil seit mindestens 8 Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt.)

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Impressum und Kontakt:

Dieser Newsletter wird vom Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE) herausgegeben. Die Herausgabe wird vom MGFFI des Landes NRW www.mgffi.nrw.de und von der IFAK e.V. www.ifak-bochum.de gefördert.

Die darin veröffentlichten Beiträge geben nicht unbedingt die Ansicht des ABE wieder. Sie können Ihr Abonnement unter der Emailadresse newsletter@einbuergern.debeenden.

Redaktion: Kenan Araz und Vera Moneke, Aktionsbüro Einbürgerung im Paritätischen NRW (ABE), Engelsburger Str. 168, 44793 Bochum, Tel: 0234/9621012, Fax: 0234/ 0234/683336,

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